Fragen und Antworten

Die 5G-Technologie und deren Einführung werfen viele Fragen auf. Wir beantworten Ihnen hier die häufigsten Fragen – geprüft und wissenschaftlich fundiert.

5G allgemein 5G in der Schweiz 5G-Technologie Gesundheit Technische Fragen zu Mobilfunk

5G allgemein

Das G steht einfach für «Generation». 5G ist die 5. Mobilfunkgeneration und damit das neuste Modell einer Modellreihe. Damit Smartphones und weitere Mobilfunkgeräte weltweit funktionieren, wird die Entwicklung der Mobilfunkstandards international koordiniert. Die Eigenschaften und Funktionen der Generationen definiert die Internationale Fernmeldeunion (ITU), eine Sonderorganisation der UNO. Die technischen Details zur Umsetzung hält die internationale Vereinigung 3GPP fest. Erinnern Sie sich noch an die ersten 2G-Handys? Die europäischen Modelle funktionierten in den USA nicht – darum ist die Standardisierung wichtig. 5G ist die neuste Version eines gemeinsamen Mobilfunkstandards.

Die Entwicklung war wie folgt (Jahreszahlen auf die Einführung in der Schweiz bezogen):

  • 1G (1978): analoges Mobilnetz (AMPS)
  • 2G (1993): digitales Mobilnetz (GSM), Einführung SMS und Durchbruch des Mobiltelefons
  • 3G (2003): mobiles Breitband-Internet (UMTS), Smartphones werden massentauglich
  • 4G (2012): mobiles Hochbreitband-Internet (LTE), Ausgangslage für heutige Anwendungen
  • 5G (2019): höhere Kapazität, kürzere Latenzzeiten, mehr Effizienz; Ausgangslage für zukünftige Anwendungen

Mobilfunknetze werden stetig modernisiert und ausgebaut, um den steigenden Anforderungen unseres digitalen Lebens gerecht zu werden. Es ergibt Sinn, dies jeweils mit der neusten und effizientesten Technologie zu machen – so wie Autos mit neuen Modellen sparsamer, sicherer und komfortabler werden. Das ist heute der 5G-Standard. Im Vergleich mit den bisherigen Mobilfunktechnologien bietet 5G verbesserte und neue Eigenschaften. Damit können heutige Anwendungen stabiler und effizienter betrieben werden. Der Datenverkehr kann im Vergleich zu 4G mit weniger Energie und Strahlung bewältigt werden.

Entdecken Sie unter Warum 5G die wichtigsten Gründe für 5G.
Entdecken Sie unter Storys aktuelle Beispiele und Erkenntnisse zu 5G.

Sie können alle heutigen Vorzüge des Mobilfunks auch mittel- und langfristig zuverlässig verwenden. Wenn wir die Modernisierung unserer Mobilfunknetze blockieren, riskieren wir Überlastungen und Datenstaus.

In Zukunft folgen neue Anwendungen, die Ihr Leben angenehmer und einfacher machen. Denken Sie nur daran, was die vergangenen Mobilfunkgenerationen hervorgebracht haben: 2G verhalf dem Mobiltelefon zum Durchbruch und führte den SMS-Dienst ein. 3G machte den mobilen Internetzugang möglich und bildete die Grundlage für die heutigen Smartphones. Und dank 4G profitieren Sie heute von Anwendungen wie Videotelefonie, Musikstreaming, Navigations-Apps, mobile Arbeitslösungen etc. 5G wird uns Anwendungen bringen, die wir uns heute noch kaum vorstellen können – beispielsweise in Gebieten wie Augmented Reality, intelligente Verkehrssteuerungen oder digitale Assistenten. Wo es zudem noch kein schnelles Festnetz-Internet gibt, kann 5G ihren Festnetzanschluss ersetzen und zeitgemässes Breitbandinternet für zuhause bieten, beispielsweise für Home Office, Home Schooling usw.

Weiter profitieren Sie von einer für Unternehmen attraktiven und damit wirtschaftlich erfolgreichen Schweiz. Im Notfall sind Rettungsdienste zuverlässig erreichbar, auch wenn die Netze durch Grossanlässe stark belastet sind. Und Sie geniessen Vorteile aufgrund nachhaltiger Anwendungen beispielsweise im Bereich Energie und Landwirtschaft, die für eine höhere Lebensqualität in der Schweiz sorgen.

Entdecken Sie unter Warum 5G die wichtigsten Gründe für 5G.
Entdecken Sie unter Storys aktuelle Beispiele und Erkenntnisse zu 5G.

Die Schweiz zählt zunehmend mehr Mobilfunkgeräte, Smartphone-Anwendungen und Einwohnerinnen und Einwohner. Das verdoppelt die übertragene Datenmenge alle 18 Monate. Ein Ausbau der Mobilfunknetze ist deshalb – unabhängig von 5G – notwendig. Nur in wenigen Fällen können bestehende Antennenstandorte auf den 5G-Standard aufgerüstet und dadurch leistungsfähiger gemacht werden. Gründe dafür sind die im Vergleich zum Ausland strengeren Auflagen beim Bau und Betrieb von Mobilfunkantennen. Deshalb braucht es oft neue Antennen. Bei einem Neubau ist es sinnvoll, den neusten und effizientesten Standard zu verwenden – das ist heute 5G.

5G in der Schweiz

Ja. Im November 2017 hat der Bundesrat neue Frequenzbänder für die mobile Kommunikation zugeteilt, um die rasche Einführung der 5G-Technologie in der Schweiz zu ermöglichen. Diese wurden Anfang 2019 an die Mobilfunkbetreiber versteigert.

Heute erreicht das 5G-Netz bereits rund 90 % der Schweizer Bevölkerung. Allerdings wird zu grossen Teilen erst eine «Light-Version» eingesetzt, die auf der bestehenden Infrastruktur aufbaut und noch nicht das volle Potenzial der 5G-Technologie ausschöpft. Im Moment laufen Arbeiten, um auch die restlichen Landesteile zu erschliessen und eine Abdeckung für möglichst viele Schweizerinnen und Schweizer zu gewährleisten. Erst mit einem Vollausbau können alle Möglichkeiten von 5G genutzt werden.

Der Bundesrat will, dass die Schweiz die Chancen der Digitalisierung nutzt, und hat im Jahr 2016 die Strategie «Digitale Schweiz» lanciert. Ein wichtiges Element dieser Strategie ist die Schaffung leistungsstarker Übertragungsnetze.

Das Bundesamt für Umwelt, Energie, Verkehr und Kommunikation (UVEK) beauftragte eine Arbeitsgruppe mit einem umfassenden Bericht (s. unten) über den Mobilfunk in der Schweiz. Der Bericht bestätigt, dass ein Ausbau der Netze für die Digitalisierung der Schweiz dringend notwendig ist und führt hierfür fünf Ausbauoptionen auf. Weiter fasst der Bericht die aktuelle Studienlage zusammen und zeigt auf, dass innerhalb der bestehenden Grenzwerte keine wissenschaftlichen Belege für eine Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk und 5G bestehen.

Weiterführende Informationen:

Der 5G-Standard wird weltweit rasch eingeführt. Südkorea nahm bereits im April 2019 ein flächendeckendes 5G-Netz in Betrieb. Auch in Europa haben einige Länder die 5G-Technologie eingeführt und planen eine vollständige Abdeckung in den nächsten drei bis fünf Jahren. So beabsichtigt beispielsweise Deutschland die vollständige Abdeckung von mindestens 20 grossen Städten bis Ende 2020 und eine 90 % Abdeckung bis Ende 2025. Frankreich beginnt im Jahr 2020 mit einem grossangelegten Rollout und Italien will bis im Jahr 2021 mindestens 120 Städte erschlossen haben.

Ursprünglich gehörte die Schweiz zu ersten Ländern, die 5G einführten. Allerdings wird der weitere Ausbau heute durch politische Einsprachen gebremst, wodurch die Schweiz in einen Rückstand gerät. Im Gegensatz hierzu fördern ausländische Staaten die Modernisierung. So investiert beispielsweise die EU 700 Millionen Euro für die Forschungs- und Innovationsförderung im Zusammenhang mit 5G. Deutschland sieht in einem Konjunkturpaket fünf Milliarden Euro für den Ausbau von 5G vor. Und die Stadt Wien unterstützt den 5G-Ausbau im Stadtgebiet mit 20 Millionen Euro.

Weiterführende Informationen:

Der Telekommunikationsmarkt wurde in der Schweiz 1998 vollständig liberalisiert. Im Zuge davon wurde verfügt, dass die Mobilfunkanbieter je ein eigenes Netz aufbauen sollen. Ein offener Mobilfunkmarkt bringt viele Vorteile. In einer Marktsituation sind die Preise für die Endkonsumenten tiefer, als wenn es ein Monopol in Form eines Einheitsnetzes gäbe. Das Vorhandensein von Konkurrenz fördert Innovation und Effizienz. Bei mehreren Netzen ist zudem eine Alternative vorhanden, sollte ein Netz ausfallen – das ist für Rettungsdienste und Blaulichtorganisationen wichtig.

Die Bewilligung von Baugesuchen unterliegt je nach Standort den kommunalen oder kantonalen Bau- und Planungsbehörden. Die Behörden prüfen zum einen, ob der Gesuchsgegenstand zonenkonform ist. Zum anderen ist die Einhaltung der umweltrechtlichen Vorgaben (insb. Strahlengrenzwerte) zu überprüfen.

Innerhalb des Siedlungsgebietes bzw. in Bauzonen sind Mobilfunkanlagen in der Regel zonenkonform. Ausserhalb von Bauzonen dürfen neue Sendeanlagen nur erstellt werden, wenn eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 des Raumplanungsgesetzes (RPG) erteilt werden kann. Die Auflagen hierzu sind streng und nur erfüllt, wenn der Standort aus funktechnischen Gründen für eine qualitativ hochstehende Mobilfunkversorgung zwingend notwendig ist.

Die Strahlengrenzwerte (respektive: Immissionsgrenzwerte) sind auf nationaler Ebene in der eidgenössischen Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) definiert. Kantonales und kommunales Recht darf nationale Bestimmungen nicht aufheben oder verschärfen. Strengere Anforderungen und Moratorien auf Gemeinde und Kantonsebene widersprechen Bundesrecht und sind ungültig.

Ein Baugesuch darf somit nur abgelehnt werden, wenn entweder der Standort ohne Sonderbewilligung ausserhalb einer Bauzone liegt. Oder wenn die Sendeanlage nationale Grenzwerte nicht einhält oder das Einhalten nicht korrekt mittels einem vollständigen Standortdatenblatts nachgewiesen wurde.  

Weiterführende Informationen:

5G-Technologie

5G ist eine Weiterentwicklung des heutigen 4G-Standards – das neueste Modell einer bestehenden Modellreihe. Der neue Standard nutzt ähnliche Frequenzbänder wie frühere Mobilfunktechnologien und WLAN, kann diese aber effizienter nutzen. 5G-Sendeanlagen ermöglichen eine höhere Kapazität (bis zu 100-mal mehr Geräte pro Antenne), eine höhere Geschwindigkeit (bis zu 100-fach grössere Bandbreite) und eine tiefere Latenz (bis zu 50-fach kürzere Reaktionszeit).

Weiterführende Informationen:

Die Anwendungsbereiche sind unterschiedlich. Das Glasfasernetz ist leitungsgebunden und ermöglicht eine hohe Datenübertragung ab Gebäudeanschlüssen. WLAN dient dazu, innerhalb von Gebäuden Geräte kabellos mit dem Glasfasernetz zu verbinden. Im Vergleich zu 5G ermöglicht WLAN aber nur sehr eingeschränkte Mobilität, ist störungsanfälliger und weniger leistungsfähig. Das ist ausreichend für stationäre Geräte wie Computer oder Fernseher. Für mobile Geräte und industrielle Anwendungen ist WLAN hingegen nicht genügend. Für die zuverlässige, stabile und schnelle Vernetzung von Mobilgeräten, Maschinen und Sensoren innerhalb und ausserhalb von Gebäuden braucht es 5G.

Das Mobilfunknetz und das Glasfasernetz sind zwei verschiedene Infrastrukturen, die sich nicht konkurrenzieren, sondern ergänzen. Mit dem Glasfasernetz können in urbanen Gebieten Gebäude mit kabelgebundenem Hochgeschwindigkeitsinternet erschlossen werden. Damit sind datenintensive Anwendungen auf kleinem Raum möglich (z. B. mehrere HD-Streamings im gleichen Haushalt). 5G bringt das Mobilfunknetz auf den neusten Stand, so dass es den Anforderungen der Zukunft gewachsen ist. Damit ist weiterhin eine stabile und schnelle Internetverbindung unterwegs und in abgelegenen Regionen möglich. Zudem ermöglicht 5G dank kurzen Reaktionszeiten Anwendungen, die heute noch nicht möglich sind – z. B. in den Bereichen Verkehrsmanagement oder Augmented Reality.

In der Schweiz wird 5G auf den bisherigen Frequenzbändern von 800 MHz bis 2.6 GHz betrieben. Zum Teil werden bisher für ältere Mobilfunkstandards wie 2G benötigte Frequenzen neu für 5G eingesetzt. Zusätzlich hat das Bundesamt für Kommunikation BAKOM Anfang 2019 neue Frequenzen in den Bereichen 700 MHz, 1.4 GHz sowie 3.5 bis 3.8 GHz an die Mobilfunkbetreiber versteigert. Zum Vergleich: WLAN sendet auf den Frequenzen 2.4 GHz und 5.0 bis 5.8 GHz.

Die Grenzwerte und Schutzbestimmungen des Bundes gelten unverändert und behalten auch für 5G ihre Gültigkeit.

Konventionelle Mobilfunkantennen decken einen ganzen Sektor einer Mobilfunkzelle gleichmässig und mit konstanter Leistung ab. Mit sogenannten adaptiven Antennen können Signale zielgerichtet auf einzelne Empfangsgeräte gesendet werden. Strahlung fällt deshalb nur dann an, wenn Daten gesendet werden. Und nur dort, wo die Daten auch benötigt werden. Die Antennen sind also in der Lage, ihre Strahlungsleistung anzupassen – oder eben: zu adaptieren.

Heute gelten für adaptive Antennen dieselben Regeln wie für klassische Antennen, obwohl die durchschnittliche Strahlung bei den neuen Antennentypen tiefer liegt. Das Bundesamt für Kommunikation prüft diese Differenzen und führt zurzeit Testmessungen durch. Darauf basierend wird das Bundesamt für Umwelt eine Vollzugshilfe erarbeiten, die den neuen Umständen Rechnung trägt.

Weiterführende Informationen:

Mobilfunkstrahlung und Gesundheit

Nein. Die Grenzwerte in der Schweiz sind technologieneutral formuliert. Die heutigen Grenzwerte gelten also auch für 5G.

5G nutzt in der Schweiz ähnliche Frequenzbänder wie heutige Mobilfunktechnologien und WLAN, kann diese aber effizienter verarbeiten. Damit wird für dieselbe Datenmenge weniger Leistung benötigt. Während bisherige Antennen ihre elektromagnetischen Felder in alle Richtungen gleichzeitig abstrahlten, können mit 5G erstmals die Signale genau dorthin gesendet werden, wo sie auch benötigt werden. Somit sinkt die Belastung, wenn Geräte nicht im Einsatz sind, und Personen ohne Smartphone oder Handy werden weniger exponiert.

Rund 90 % der Strahlung, der wir ausgesetzt sind, stammt nicht von Antennen, sondern von unseren Geräten. Je besser der Empfang, desto weniger stark müssen die Geräte senden. Auch wenn es auf den ersten Blick paradox erscheint: Ein Netzausbau führt zur besseren Übertragung und senkt dadurch die individuelle Belastung.

Weiterführende Informationen:

Die Auswirkungen von Mobilfunkimmissionen auf Menschen, Tiere und auf die Umwelt sind ein intensiv erforschtes Gebiet. In den vergangenen 40 Jahren gab es über 30‘000 wissenschaftliche Studien zu elektromagnetischen Feldern allgemein und über 4‘000 Studien spezifisch zu Funktechnologien. Dabei wurden keine wissenschaftlichen Belege erbracht für eine Gesundheitsgefährdung bei Einhaltung der von der WHO und der EU empfohlenen Grenzwerte. Das bestätigen auch die Internationale Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) und die US-Behörde FDA.

Für 5G werden in der Schweiz ähnliche Frequenzbänder eingesetzt wie bei bisherigen Mobilfunktechnologien. Der neue Standard unterscheidet sich technisch und deshalb auch in seiner biologischen Wirkung kaum von 4G. Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse haben weiterhin Gültigkeit.

Weiterführende Informationen:

Ja, wir wenden dieses Prinzip heute aber bereits an. Die Schweiz hat die weltweit strengsten Auflagen für den Mobilfunk. Beispielsweise gelten in der Schweiz im Vergleich zu den meisten Ländern der EU zehnmal strengere Grenzwerte an Orten, an denen sich Menschen dauernd aufhalten.

Diese Auflagen gelten unverändert für 5G, das ähnliche Frequenzbänder wie 3G, 4G und WLAN einsetzt. Das Risiko von 5G ist nicht grösser als bei den bisherigen Mobilfunknetzen. Das bestätigen unter anderem die WHO und die Internationale Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP).

Zusätzliche Auflagen, die nur für 5G gelten, sind deshalb unverhältnismässig und nicht faktisch begründbar. Blockaden im 5G-Ausbau gefährden die zuverlässige Mobilfunkversorgung in der Schweiz und sind damit ein reales Risiko für die Attraktivität unseres Landes für Leben und Arbeit.

Weiterführende Informationen:

Die Wissenschaft hat sich der Elektrosensibilität (elektromagnetische Hypersensibilität) umfassend angenommen. Es gibt keine Hinweise, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Mobilfunkantennen und den Symptomen von elektrosensiblen Menschen gibt. Leiden wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen sind eine grosse Belastung für die betroffenen Personen und müssen medizinisch ernst genommen und abgeklärt werden. Häufig stellen sich aber individuelle Ursachen als Auslöser heraus, die nichts mit den Emissionen von Mobilfunkantennen zu tun haben.

Weiterführende Informationen:

Nein. Vermutlich sprechen Sie die Klassifizierung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) an. Die IARC hat im Jahr 2011 hochfrequente elektromagnetische Felder so eingestuft, dass das Risiko einer krebserregenden Wirkung mit der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage nicht ausgeschlossen werden kann. Das gilt für sämtliche Formen der genannten Strahlung: alle Mobilfunktechnologien, WLAN, Bluetooth etc. In dieselbe Einstufungskategorie (mittlere von fünf Gruppen) fallen übrigens auch Aloe Vera und in Essig eingelegtes Gemüse. Zum Vergleich: Fleischwaren werden nach diesem Klassifizierungsschema als «bekanntermassen krebserregend» – und damit gefährlicher als Mobilfunk – eingestuft.

In den letzten 20 Jahren konnte kein Nachweis erbracht werden, dass Mobilfunkstrahlung ein Krebsrisiko darstellt. Dies zeigt sich auch in den Krebsregistern, wo zum Beispiel keine Zunahme von Hirntumoren seit Aufkommen von Mobilfunkantennen und WLAN beobachtbar ist. Übrigens auch international nicht, wo die Grenzwerte viel höher sind als in der Schweiz.

Weiterführende Informationen:

Nein, es gibt keinen Zusammenhang. Verschiedene Akteure haben die Verunsicherung der Bevölkerung wegen der Corona-Krise ausgenutzt, um Falschinformationen zu verbreiten. Diese besagen beispielsweise, dass 5G die Ausbreitung des Virus verstärken oder gar Auslöser der Pandemie gewesen sein soll. Solche Aussagen entbehren jeglicher wissenschaftlichen Grundlage.

Die Corona-Krise hat hingegen aufgezeigt, wie wichtig stabile und zuverlässige digitale Infrastrukturen für die Schweiz sind. Ein Ausbau des 5G-Netzes ist deshalb wichtig, um auch zukünftige Krisen erfolgreich meistern zu können.

Weiterführende Informationen:

Technische Fragen zu Mobilfunk

Als elektromagnetische Strahlung (oder korrekter: elektromagnetische Welle) bezeichnet man eine Welle aus gekoppelten elektrischen und magnetischen Feldern. Solche Wellen begegnen uns überall im Alltag: Eine Herdplatte sendet sie in der Form von Wärmestrahlung aus. Eine Glühbirne in der Form von Licht. Radioprogramme werden über elektromagnetische Wellen übertragen, ebenso wie Daten bei Verwendung von Bluetooth, WLAN oder eben Mobilfunk.

Eine elektromagnetische Welle wird durch die Frequenz und die Wellenlänge charakterisiert. Da die Ausbreitungsgeschwindigkeit konstant ist, hängen die beiden Werte zusammen: Je kürzer die Wellenlänge, desto höher die Frequenz und umgekehrt. Mobilfunk verwendet Frequenzen von 700 bis 3'800 Ghz, das entspricht Wellenlängen von ca. 10 – 50 cm.

Elektromagnetische Strahlung mit Frequenzen bis und mit dem sichtbaren Licht und UV-Licht wird als nicht-ionisierende Strahlung bezeichnet. Bei diesen Frequenzen können durch die Strahlung keine Elektronen aus einem Atom herausgelöst werden. Gefährlich für den Menschen ist erst die sogenannte ionisierende Strahlung mit Wellenlängen unter 250 nm (Frequenzen grösser als 1.3 Phz = 1'300'000 Ghz), beispielsweise Röntgen- oder Gammastrahlen.

Die Stärke des elektromagnetischen Feldes im Raum ist abhängig von der Sendeleistung. Diese wird in Watt angegeben – das kennen einige vielleicht von den Glühbirnen: Je höher die Leistung, desto intensiver die austretende Strahlung (Licht). Nicht-ionisierende Strahlung kann bei einer hohen Strahlungsintensität Gewebe erwärmen (z. B. Mikrowellenofen). Künstlich erzeugte elektromagnetische Strahlung unterliegt strengen Grenzwerten. Mobilfunkantennen und Smartphones senden unterhalb dieser Grenzwerte mit einer Leistung, die zwar eine messbare Erwärmung bewirken kann, für lebende Organismen aber nicht schädlich ist. Dieser geringe thermische Effekt ist die einzige erwiesene und kausal erklärte Wirkung von Funktechnologien auf unseren Körper.

Weiterführende Informationen:

Wenn wir unser Handy nutzen, erzeugt es mittels einer Antenne künstliche elektromagnetische Wellen. Durch Modulation dieser Wellen können digitale Daten den Wellen aufgeprägt und übertragen werden. Solche Daten können Ihre Stimme, Text oder Bilder sein. Die elektromagnetischen Wellen werden von einem Empfänger – einem Mobilfunkmasten – aufgenommen.

Der Mobilfunkmasten sendet die Daten über unterirdische Glasfaserkabel weiter zu ihrem Zielort. Dies kann ein Internetserver sein oder eine andere Antenne. Bei einem Telefongespräch zum Beispiel fliessen die digitalisierten Sprachdaten zur Antenne, die am nächsten beim Telefon des Gesprächspartners ist. Wenn wir uns bewegen, hält unser Mobilgerät stets Ausschau nach der nächstgelegenen Antenne und meldet sich dort an. So wissen die Elemente der Mobilfunkinfrastruktur, an welche Antenne die Daten geschickt werden müssen, die zu einem bestimmten Handy sollen.

Von dieser Zielantenne wird das Telefongespräch wieder in elektromagnetische Wellen umgewandelt und an das Empfangsgerät gesendet. Dieses empfängt die Daten und wandelt sie in hörbare Signale um.

5G ist die Weiterentwicklung der bestehenden Mobilfunkstandards. Durch verbesserte Protokolle können eine schnellere Übertragungsrate und eine tiefere Latenz (schnellere Reaktionszeit) erreicht werden. Eine einzelne Sendeanlage kann zudem markant mehr Geräte gleichzeitig ansteuern.

Dies ist dank der sogenannten Beamforming-Technik möglich. Signale werden nur noch in die Richtung der aktiven Nutzer gesendet und nicht mehr in den ganzen versorgten Sektor. Die gleiche Datenmenge kann so mit weniger Energie übertragen werden, als dies bei 4G der Fall wäre. Die Grenzwerte bleiben dabei gleich: Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer werden nicht mehr Strahlung ausgesetzt.

Eine weitere neue Eigenschaft ist das sogenannte Network-Slicing. Damit kann das Mobilfunknetz in voneinander unabhängige Teilnetze unterteilt werden. Das ist beispielsweise wertvoll, um während einer Grossveranstaltung ein separates und stabiles Netz für Blaulichtorganisationen zur Verfügung zu stellen.

Punkto Strahlung unterscheidet sich 5G, wie es in der Schweiz eingesetzt wird, kaum von früheren Standards. Mit Frequenzen in den Bereichen von 700 MHz bis 3.8 GHz werden Frequenzbänder genutzt, die schon seit langer Zeit für Funktechnologien zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Die heutigen Mobilfunknetze werden auf Frequenzen zwischen 800 MHz und 2.6 GHz betrieben, WLAN sendet auf den Frequenzen 2.4 GHz und 5.0 bis 5.8 GHz. 

Fehlt Ihnen die Antwort auf eine Frage?

Jetzt Frage einreichen