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Glasfaser und 5G: die zwei Pfeiler des ultraschnellen Internets

4. Juni 2026

Ultraschnelles Internet flächendeckend verfügbar zu machen, ist für die Schweiz zu einer zentralen Herausforderung geworden. Mit seiner Gigabitstrategie will der Bund dafür sorgen, dass die gesamte Bevölkerung im ganzen Land Zugang zu Anschlüssen von mindestens 1 Gbit/s erhält. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Ausbau der Infrastruktur beschleunigt werden – sowohl bei der Glasfaser als auch bei Funklösungen.

Während der Bundesrat nun am Gesetzesprojekt arbeitet, das dieses Vorhaben konkret umsetzen soll, lohnt sich der Blick auf die Grundlagen. Denn wer über die digitale Zukunft der Schweiz spricht, kommt an zwei Technologien nicht vorbei: Glasfaser und 5G. Sie unterscheiden sich – und ergänzen sich zugleich.

Glasfaser: das Rückgrat des Festnetzes
Glasfaser bildet das Rückgrat des Festnetzes. Sie transportiert sehr grosse Datenmengen, bietet hohe Kapazität und überzeugt durch Stabilität – genau deshalb ist sie die bevorzugte Infrastruktur für intensive digitale Anwendungen. In Städten ebenso wie in wirtschaftlichen Zentren schafft sie die Grundlage für digitale Dienste, vom Homeoffice bis zu besonders anspruchsvollen beruflichen Anwendungen.

Gleichzeitig ist der Ausbau noch längst nicht abgeschlossen. Auch 2026 sind zahlreiche Gebäude noch nicht ins Glasfasernetz integriert, und nach gewissen Schätzungen verfügt weniger als die Hälfte über einen entsprechenden Anschluss. Diese ungleiche Abdeckung bremst das Potenzial des ultraschnellen Internets im ganzen Land weiterhin aus.

5G: der Taktgeber der mobilen Konnektivität
Genau hier kommt das Mobilfunknetz ins Spiel. 5G übernimmt eine entscheidende ergänzende Funktion, weil es den Zugang zu ultraschnellem Internet über das kabelgebundene Netz hinaus erweitert. Es sorgt für leistungsfähige Konnektivität unterwegs und in Regionen, in denen der Glasfaserausbau nicht immer möglich oder wirtschaftlich ist.

Gerade in ländlichen oder bergigen Gebieten sind solche Funklösungen keine Randerscheinung, sondern eine zentrale Voraussetzung für einen gleichberechtigten Zugang zu digitalen Diensten. Sie machen es möglich, weit verstreute Gebiete rasch zu versorgen und gleichzeitig einer stetig wachsenden Nachfrage nach Konnektivität gerecht zu werden.

Warum Glasfaser und 5G zusammen gedacht werden müssen
Im Zusammenspiel von festen und mobilen Infrastrukturen liegt der Kern der Herausforderung. Glasfaser und 5G gegeneinander auszuspielen, greift zu kurz. Denn beide Technologien sind aufeinander angewiesen: Die eine steht für Kapazität und Stabilität, die andere für Flexibilität und Abdeckung.

Gemeinsam tragen sie der stetigen Zunahme digitaler Nutzungen Rechnung – in einem Land, in dem nahezu die gesamte Bevölkerung vernetzt ist. Zugleich helfen sie, territoriale Ungleichgewichte zu begrenzen, weil ein Teil der Gebäude weiterhin nur schwer wirtschaftlich an Glasfasernetze angeschlossen werden kann.

Die Gigabitstrategie folgt damit einer klaren Logik: Sie verbindet Investitionsoptimierung mit territorialem Zusammenhalt, indem sie feste und mobile Infrastrukturen kombiniert, statt sie gegeneinanderzustellen.

Wo die Politik aktuell steht
Auch politisch ist das Thema in Bewegung. Das Vernehmlassungsverfahren zur neuen Breitbandförderung, das 2025 eröffnet wurde, ist inzwischen abgeschlossen.

Der Gesetzesentwurf und die Botschaft an die Bundesversammlung werden derzeit ausgearbeitet und für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. In dieser Phase wird sich zeigen, wie der Ausbau und die Förderung der Infrastrukturen konkret ausgestaltet werden – noch bevor die parlamentarischen Beratungen beginnen, deren Dauer offenbleibt.

Die entscheidende Frage ist damit nicht mehr, ob die Schweiz ultraschnelles Internet braucht, sondern wie es konkret umgesetzt wird – auf Basis der Komplementarität von Glasfaser und Mobilfunknetz.

 

Weitere Informationen zur Gigabit-Strategie des Bundes: admin.ch/de/nsb?id=104484

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