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Wer pendelt, braucht ein gut ausgebautes Mobilfunknetz

21. Dezember 2022

Eine halbe Million Menschen in der Schweiz pendeln mit dem Zug zur Arbeit. Viele Pendler:innen sind auf ein starkes Mobilfunknetz angewiesen, um die Zeit im Zug effizient zum Arbeiten zu nutzen. Auch die Bahn ist auf einen stabilen Bahnfunk angewiesen, damit die Züge aus den Beriebszentralen gesteuert und ein sicherer Betrieb gewährleistet werden kann. Für eine stabile Internetverbindung und einen sicheren Bahnfunk plant die SBB an der Einführung des Future Railway Mobile Communication System (FRMCS), das auf 5G basiert.

«Hallo, hörst du mich? HAAAAAALLLLOOOOOO? Und jetzt?» Menschen, die öfters mit dem Zug unterwegs sind, kennen diese Art von Konversation zugute. Ob selbst oder vom Nachbar. Ein Grund für diese sogenannten Funklöcher ist die hüglige Topografie der Schweiz und die damit einhergehenden vielen Tunnels. Ein zweiter Grund ist der Zug an und für sich: Der Zug ist physikalisch betrachtet ein faradayscher Käfig. Durch die Wagenhülle und die mit Metall beschichteten Fenster kommen kaum Mobilfunksignale durch – weder in den Wagen rein noch raus. Aber auch die hohe Anzahl von Personen, die simultan auf die gleiche Handyantenne zugreifen, erschwert das problemlose Verwenden des Mobiltelefons.

Wenn Verbindungsprobleme zum Problem für alle werden
Laut dem Bundesamt für Statistik pendeln von zehn Erwerbstätigen acht zur Arbeit. Davon nehmen rund eine halbe Million den Zug und nutzen auf ihrem Arbeitsweg das Internet zum Arbeiten, das Mobiltelefon für Gespräche oder das Tablet zum Zeitung lesen. Jedoch kommt es immer mal wieder zu Unterbrüchen, vor allem auf der Pendlerstrecke Bern - Zürich. Das bestätigt das Konsumentenmagazin, wonach der Empfang insbesondere auf der vielbefahrenen Pendlerstrecken schlecht ist. Damit wird das Arbeiten im Zug verunmöglicht oder mindestens zu einer Geduldprobe. 

Der Bund hat der SBB den Auftrag erteilt, ein leistungsfähiges Bahnfunknetz zur Verfügung zu stellen. Darauf und auf das gestiegene Kundenbedürfnis nach einer stabilen Internetverbindung im Zug, hat die SBB reagiert. Sie plant zusammen mit dem schwedischen Tech-Konzern Ericsson ab 2023 ihr neues Funknetz, das Future Railway Mobile Communication System (FRMCS), das auf 5G basiert. Dieser europaweit validierte Funkstandard für Bahnbetriebe, betreiben die einzelnen Bahnen selbst, er ist aber europaweit kompatibel. Dieser wird das bisherige GSM-R-System ablösen, das auf 2G basiert. Bahnen nutzen dieses Netz, um intern mit der Betriebszentrale und den Lokführenden zu kommunizieren.

Ein Ausbau und Modernisierung dieses Netzes ist für die vielen Pendler:innen ein Anliegen. Denn nicht nur die Anzahl Pendler:innen, die im Zug arbeiten, wächst, sondern auch die mobilübertragene Datenmenge. Diese verdoppelt sich alle 18 Monate. Dank 5G wird die Datenübertragung im Vergleich zu den heutigen Netzen bis zu 100-mal schneller, die Netzkapazität wird grösser und die Reaktionszeit (Latenz) um bis das 50-fache verkürzt. Mit der Einführung des FRMCS wird für Individualpersonen das Arbeiten im Zug verbessert und Lokführer:innen und die Bahn können die Kommunikation mit der Betriebszentrale sicherstellen und damit die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer:innen erhöhen. Es macht Sinn, dies mit der heute effizientesten Mobilfunktechnologie 5G zu machen. 

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