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5G ist nicht gleich 5G

20. Januar 2021

Die Schweizer Telekommunikationsanbieter informieren, dass heute bereits über 90 % der Schweizer Bevölkerung mit 5G versorgt werden. Gleichzeitig wird in der öffentlichen und politischen Debatte über eine Verzögerung im Ausbau von 5G gesprochen. Diese widersprüchliche Kommunikation sorgt verständlicherweise für Verwirrung. Wir schaffen Klarheit und zeigen auf, weshalb 5G nicht immer gleich 5G ist.

5G ist ein Technologie-Standard. Dieser Standard kann teilweise auf der bestehenden Infrastruktur, die bisher für 3G oder 4G verwendet wird, ausgesendet werden. Das sorgt bereits für einige Verbesserungen – etwa so, wie wenn ein älterer Computer durch ein Softwareupdate ein neues Betriebssystem und damit neue und verbesserte Funktionen erhält. Da das «5G-Update» keine physischen Änderungen an den Antennen bedingt und auch nicht mehr Leistung ausgesendet wird, ist hierfür kein Baugesuch notwendig. Die Immissionen bleiben unverändert auf dem bestehenden Niveau bestehen. Deshalb konnte dieses «5G light» oder «5G wide» rasch ausgerollt werden und ist heute für über 90 % der Schweizerinnen und Schweizer verfügbar.

Baugesuche als Nadelöhr
Um das volle Potenzial der 5G-Technologie auszuschöpfen, werden jedoch Anpassungen an der Infrastruktur notwendig. Das heisst: Wo bestehende Mobilfunk-Standorte heute keine freien Kapazitäten mehr haben, müssen neue Antennenstandorte gebaut und erschlossen werden. Standorte, die noch über Reserven verfügen, müssen nachgerüstet werden. Diese beiden Massnahmen benötigen häufig ein Baugesuch – insbesondere dann, wenn zusätzliche Antennen angebracht werden oder die Sendeleistung erhöht wird. Hierbei gelten natürlich die bestehenden Grenzwerte unverändert auch für 5G. Diese Vorsorgewerte sind in der Schweiz rund zehnmal strenger als in den meisten anderen Ländern.

Problematisch ist, dass die Baugesuche heute häufig blockiert werden – sei es durch rechtswidrige Moratorien oder Kompetenzübertretungen durch Gemeinde- und Kantonsbehörden. Diese Problematik wird im Schreiben der zuständigen Bundesämter für Umwelt und für Kommunikation vom 3. Mai 2019 dargelegt.

Ausbaublockaden müssen rasch gelöst werden
Das «schnelle 5G» (manchmal auch «5G+» oder «5G fast» genannt) ist heute vor allem in Städten und grösseren Ortschaften verfügbar. Damit die Gesellschaft und Wirtschaft die vollen Möglichkeiten von 5G nutzen können, ist jedoch ein flächendeckender Vollausbau mit 5G-Infrastruktur notwendig – insbesondere auch, damit die benötigten Netzkapazitäten für die nächsten Jahre geschaffen und Datenstaus vorgebeugt werden können. Es ist deshalb wichtig, die Ausbau-Blockaden rasch zu lösen und den Weg für ein modernes Schweizer Mobilfunknetz zu ebnen. Was heute nicht gebaut werden kann, spüren die Nutzerinnen und Nutzer zwar erst morgen – dann aber für längere Zeit.

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